Youtube & Wonderpots

Wo facebook und twitter auftauchen, ist YouTube meist nicht weit. Seit 2005 bietet die Videoplattform ihren Nutzern an, audiovisuelle Inhalte zu veröffentlichen und mit der Welt zu teilen (vgl. YouTube 2014). Täglich werden derzeit weltweit mehr als zwei Milliarden Videos auf YouTube angeschaut (vgl. ebd.). Doch nicht nur im privaten Sektor ist der Internet-Dienstleister erfolgreich und beliebt: Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Marketing nutzen mehr als 60 Prozent der befragten Unternehmen YouTube für Kommunikationszwecke (vgl. DIM, 2012). Die Kriterien für die erfolgreiche Kommunikation auf YouTube beschreibt Bernet wie folgt:

“Online-Medien, Meinungsmacher und Konsumenten werden vermehrt Videos nachfragen, anschauen und weiterleiten. Je größer das Angebot, desto wichtiger wird die Qualität. Dabei darf heute die Kamera durchaus mal wackeln – wichtig sind gute Ideen, ein klares inhaltliches Konzept, Kontinuität und ein authentischer Auftritt.” (Bernet 2010, S. 100).

Im folgenden Teil soll bewertet werden, wie Wonderpots diese Kriterien umsetzt.
Besonders auffällig ist, das Wonderpots keinen eigenen Youtube Kanal besitzt, sondern alle Videos über den Channel von Companisto veröffentlicht werden. Alle Start-ups die sich über Companisto präsentieren müssen ihr Pitch-Video dort uploaden. Meiner Meinung nach hat das für das Unternehmen vor- und während der Investingphase deutliche Vorteile: Der Companisto Kanal auf Youtube zählt bereits 72 Abonnenten (Stand 26.01.2014), die sofort auf das Video aufmerksam werden. Außerdem werden Supporter anderer Projekte darauf aufmerksam wenn sie auf dem Companisto Kanal unterwegs sind. Bisher wurden drei Videos, alle während der Kampagne, eingestellt. Eines davon ist das besagte Pitch-Video. Den Inhalt und meine persönliche Einschätzung zur Gestaltung habe ich bereits in einem früheren Beitrag beschrieben. Der Film dauert 7:04 Minuten und ist somit der längste von denen, die online zu finden sind. Dieser wurde bisher 5309 Mal aufgerufen und 17 Mal positiv sowie 1 Mal negativ bewertet (Stand 26.01.2014).Unter dem Video ist die Beschreibung zu finden: „WONDERPOTS Frozen Yogurt macht Menschen glücklich. WONDERPOTS ist ein Eisbecher und doch ist es keiner. Frozen Yogurt – die gesunde Alternative zu Sahneeis. Unser Ziel ist es, mit unserem ausgereiften WONDERPOTS-Shop-Konzept das „Starbucks für Frozen Yogurt “ zu werden.“
Allerdings finden sich keinerlei Links zur Kampagne auf Companisto, zur Unternehmenshomepage oder zu anderen Social Media Kanälen. Außerdem sind keine Kommentare von der Community vorhanden.

Youtube Video
(Abb. 1. Screenshot Wonderpots Video-Pitch auf Yotube, abgerufen am 26.1.2014 von  http://www.youtube.com/watch?v=ZC_upnIWzF4)
Das zweite Video heißt „Wonderpots- Björn´s Muttis Rote Grütze“ und wurde bisher 430 Mal aufgerufen und 4 Mal positiv durch die Community bewertet (Stand 26.01.2014).

( Quelle: Youtube: Wonderpots- Björn´s Muttis rote Grütze abgerufen am 26.01.2014 von http://www.youtube.com/watch?v=6eAGmbBgStE)
Das dritte Video, „Wonderpots-Little Green Steps,  hat lediglich 75 Aufrufe und auch nur drei positive Bewertungen (Stand 26.01.2014). Leider findet man unter beiden Videos keine Kommentare. Positiv fällt jedoch auf, dass auch diese beiden Videos, wie das Pitch-Video sehr professionell gestaltet sind und sehr authentisch wirken. In allen drei Videos läuft dieselbe Hintergrundmusik und sie ähneln sich sehr vom Stil, was einen großen Wiedererkennungswert schafft.  Auch die Themen sind clever gewählt. In „Little Green Steps“ erzählt Geschäftsführer Björn von der Wichtigkeit von Nachhaltigkeit für das Unternehmen. Beispielsweise werden nur Ökostrom und recyclebare Verpackungen genutzt. Im zweiten kurzen Video erzählt er von seinem Lieblings-Topping: rote Grütze und das zu Beginn der Unternehmensgründung Wonderpots noch von seiner Mutter mit dem Topping beliefert wurde. Beide Themen sind meiner Meinung nach spannend für die Community, deshalb wundert es mich, dass keine Kommentare zu finden sind. In den anderen Social Media Kanälen, die ich bereits untersucht habe sind auch nur vereinzelt Kommentare zu den Videos zu finden.
Für die Crowdinvesting -Kampagne hat dies folgende Konsequenzen:
Youtube Bewertung

Die Videos enthalten zwar aktuelle, Gesellschaftsrelevante Themen, allerdings könnten kurze Videos zu den Finanzierungsupdates oder zur aktuellen Arbeit des Teams während der Kampagne veröffentlicht werden. Im Bereich Multimedialität schneidet das Unternehmen ebenfalls eher schlecht ab. Zwar werden am Ende der Videos die Links zur Kampagne und zur Homepage eingeblendet, allerdings würden sich direkte Links in der Viedeobeschreibung dafür besser eignen. Die Möglichkeit für Feedback ist im Kanal YouTube durch die Kommentar- und Bewertungsfunktion für jedes Video gewährleistet. Allerdings werden diese Möglichkeiten nur stark begrenzt, in Form der Bewertung von einigen Nutzern genutzt. Wie bereits erwähnt gibt es unter keinem der drei Videos Kommentare und daher ist die Responsivität nicht ausgeprägt. Die Kontrolle der Kommunikation kann demnach auch nicht gemessen werden, da keine auf diesem Kanal stattfindet. Auch die Wirksamkeit der Interaktion ist als eher unwirksam einzustufen. Positiv ist einzig und allein die hohe Zahl der Aufrufe beim Pitch-Video (5309) und bei „Björn´s Muttis Rote Grütze“ (430) zu erfassen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich Youtube, trotz der negativen Bewertung sehr gut eignet um eine Crowdinvesting-Kampagne zu unterstützen. Zwar findet auf diesem Kanal keine Kommunikation zwischen dem Unternehmen und den (potenziellen) Unterstützern statt, allerdings werden wichtige Aspekte auf visuellem Weg vermittelt. Auch die von Bernet definierten wichtigen Kriterien für Kommunikation über Youtube setzt Wonderpots gelungen um. Die Videos enthalten kreative Ideen wie die rote Grütze, sind qualitativ hochwertig produziert und das  Unternehmen präsentiert sich sehr authentisch. Daher würde ich auch einen eigenen Youtube Kanal für Wonderpots jetzt, nach der Kampagne, empfehlen. Die Videos lassen sich sehr gut in die anderen Social Media Kanäle von Wonderpots integrieren und bieten gelungen Abwechslung zwischen Text- und Bild Posts.

Fazit & Ausblick
Mit Youtube habe ich nun auch den letzten Social Media Kanal, der zur Unterstützung der Crowdinvesting-Kampange genutzt wurde, untersucht. Im nächsten Beitrage werde ich meine Ergebnisse kurz zusammenfassen und zwei meiner Forschungsfragen abschließend beantworten. Zu guter letzt werde ich mich noch mit Cowdinvesting in den USA und der Nutzung von Social Media in diesem Zusammenhang beschäftigen. Schaut auch mal wieder auf meiner Unterseite „Lernfortschritt“ vorbei 🙂

Quellen
Bernet, M.(2010): Social Media in der Medienarbeit. Inline-PR im Zeitalter von Google, Facebook und Co. 2. Auflage. VS Verlag. Wiesbaden.

YouTube (2014). Statistiken – YouTube. Abgerufen am 14.01.2014., von  http://www.youtube.com/yt/press/de/statistics.html.

YotTube (2014) Wonderpots- Björn´s Muttis rote Grütze abgerufen am 26.01.2014 von http://www.youtube.com/watch?v=6eAGmbBgStE

YouTube (2014) Wonderpots- Little Green Steps abgerufen am 26.01.2014 von http://www.youtube.com/watch?v=DigJSZTi1_U

Deutsches Institut für Marketing (2012). Studie DIM – Social Media Marketing in Unternehmen_2012_121121 – studie_dim_-_social_media_marketing_in_unternehmen_2012_121121.pdf. Abgerufen am 14.01.2014., von   http://www.marketinginstitut.biz/media/studie_dim_-_social_media_marketing_in_unternehmen_2012_121121.pdf.

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9 Kommentare

  1. Ich bin ehrlich gesagt ein wenig überrascht, dass im YouTube-Channel von Wonderpots keine Kommunikation stattgefunden hat, obwohl die Videos so häufig angeschaut wurden und der Kanal auch bereits 72 Abonnenten hat. Dieses Beispiel weist starke Ähnlichkeiten zum YouTube Channel vom Bach-Advent auf, obwohl dieser noch weniger intensiv genutzt wurde. Vielleicht haben viele Leute das Potenzial der Plattform noch nicht erkannt und nutzen sie nur zum Upload von Videos und verlagern die Kommunikation dann auf andere Social Media Kanäle. Oder wie erklärst du dir die mangelnde Kommunikation?

    1. Hallo Ricarda,
      ja der Bach-Advent und die Kampagne von Wonderpots ähneln sich auch in diesem Punkt sehr stark. Meiner Meinung nach erreichen die Youtube Videos durch sehr gute visuelle Gestaltung den Rezipienten auf der emotionalen Schiene. Außerdem können in Videos sehr gut wichtige Kerninformationen zur Kampagne dargestellt werden. Ich vermute das viele Nutzer einfach lieber über facebook kommunizieren, einfach aus Gewohnheit. Sie nehmen den vermittelten Content mit und kommunizieren dann auf anderen Plattformen weiter. Des weiteren könnte ein Grund für die fehlenden Kommentare sein, dass die Videos auf Companisto und facebook eingebunden wurden. Aus diesem Grund hat die Crowd sich die Filme dort angeschaut und ist erst gar nicht direkt auf den Youtube Kanal gestoßen….

      1. Ich stimme dir da voll und ganz zu. Im Prinzip ist für erfolgreiche Kommunikation im Rahmen einer solchen Kampagne auch nicht auschlaggebend auf wie vielen Kanälen kommuniziert wird, sondern dass eben auf einem Kanal eine Community besteht, die sich am Projekt beteiligt, die interagiert und die Bekanntheit des Projektes weiter steigert. Zurzeit ist das auf alle Fälle noch Facebook. Wie du bereits erwähnt hast, sind die Leute dort aus Gewohnheit aktiv. Spannend wird allerdings die Entwicklung in den nächsten Jahren sein, vor allem auch im Bezug auf die Nachteile der Plattform Facebook (sinkende Reichweiten, sinkende Mitgliederzahlen etc.). Denkst du, dass sich die Kommunikation eher auf andere Kanäle verlagert, wie beispielsweise die Crowdfunding bzw. -investing Plattformen an sich?

      2. Sehr schön zusammengefasst 😉
        Ich vermute das in den kommenden Jahren der Löwenanteil trotzdem weiter über facebook laufen wird, es sei denn die Nutzerzahlen reduzieren sich wirklich so drastisch, wie derzeit in den Medien immer wieder zu lesen ist. Allerdings finde ich es sehr schwierig für den Social Media Bereich, der so schnell lebig ist, Prognosen für die Zukunft abzugeben… Generell kann ich mir allerdings gut vorstellen das die Crodfunding- und Investing Plattformen stärkeren Zuspruch erhalten. Sie sind mit allen nötigen Features (Kommentarfunktion, Pinnwand, Updates) ausgestattet und außerdem sehr benutzerfreundlich gestaltet.
        Siehst du das genauso oder wie ist deine Einschätzung?

      3. Ja, ich sehe das ähnlich. Die Plattformen sind mit allen wichtigen Features ausgerüstet und sehr intuitiv bedienbar. Allerdings muss man sich für jede Plattform extra anmelden, das sehe ich noch als Schwierigkeit. Vielen potenziellen Supportern ist das zu aufwändig, weil sie ja auch auf anderen Social Media Kanälen aktiv sind. Aber wie du bereits sagtest ist in diesem Bereich alles sehr schnelllebig, so dass man nur Vermutungen anstellen kann 😉

  2. Hey Elisa,
    interessanter Beitrag! Wie erklärst du es dir, dass das eine Video so viel mehr Aufrufe hat, als die anderen? Wurde es öfter durch andere Kanäle, wie Facebook kommuniziert, oder woran liegt das?
    Ich finde es allerdings nicht so überraschend, dass die Videos keine Kommentare haben. Ich denke, die Videos werden größtenteils über andere Plattformen kommuniziert und ernten eher dort die Kommentare, weil man vor allem auch bei Facebook die Seite ja nicht einmal verlassen muss, sondern auf Facebook bleiben kann. Also denke ich, dass die Videos wenn überhaupt, dann dort kommentiert wurden. Oder was denkst du?
    An sich finde ich, dass Youtube sehr sehr viel Potenzial hat, doch ich denke, von den meisten wird es eher dazu benutzt, um die Videos dort hochzuladen. Kommuniziert werden sie dann über andere Plattformen. Denkst du, das ist problematisch oder macht es eigentlich keinen Unterschied, wo sie kommentiert werden?

    1. Hallo Alexandra,
      danke für deinen Kommentar!
      Du liegst schon richtig. Das Pitch- Video wurde als einziges auf Companisto und facebook in der Zeit während der Kampagne geteilt. Ich kann allerdings nicht erklären, warum die anderen beiden kurzen Videos nicht auch eingebunden wurden…
      Ich stimme die da vollkommen zu, ich vermute wie schon zu Ricarda gesagt, dass viele Nutzer einfach lieber über facebook kommunizieren, aus reiner Gewohnheit. Sie nehmen den vermittelten Content aus dem Youtube Video mit und reden dann auf anderen Plattformen darüber. Des weiteren könnte ein Grund für die fehlenden Kommentare sein, dass die Videos auf Companisto und facebook eingebunden wurden. Aus diesem Grund hat die Crowd sich die Filme dort angeschaut und ist erst gar nicht direkt auf den Youtube Kanal gestoßen. Ich halte das auch nicht für problematisch, solange das Video von der Crowd wahrgenommen wird.
      Wie siehst du das?

      1. Sehe ich genauso! Ich denke, dem Unternehmen wird es eher darum gehen, dass das Video und die Botschaft dessen wahrgenommen wird und weniger darum, wo genau nun die Kommunikation stattfindet 🙂

  3. Ich glaube aber eigentlich das Youtube nicht so ideal als Kanal zum Dialog geeignet ist. Ich kann verstehen, dass die Kommentarfunktion nicht so häufig genutzt wird. Meiner Meinung nach eignet sich z.B (mal wieder) Facebook allein aus Gründen der Übersichtlichkeit, besser um einen Dialog zu starten.

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